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Lloyd C. Blankfein

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Lloyd C. Blankfein

Lloyd C. Blankfein

(2014) Lloyd Craig Blankfein kam am 20. September 1954 im New Yorker Stadtteil Bronx auf die Welt. Der Sohn eines Postsortierers wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn auf. Dennoch absolvierte er erfolgreich die Highschool. Anschließend studierte Lloyd C. Blankfein an der angesehenen Harvard University. Stipendien und Kredite ermöglichten ihm sein Jurastudium, nach dessen Abschluss Anfang der 1980er Jahre Blankfeins Karriere als Banker ihren Lauf nahm. Zunächst musste er sich aber noch hinten anstellen, denn seine Bewerbung beim Bankhaus Goldman Sachs wurde abschlägig beschieden.
Mehr Glück hatte der junge Jurist bei dem Unternehmen Donovan, Leisure, Newton & Irvine, wo er als Fachanwalt für Steuerrecht eine Anstellung fand. Nach dem beruflichen Einstieg heiratete Blankfein 1983 die Anwältin Laura Jacobs. Aus der Ehe sind eine Tochter und zwei Söhne hervorgegangen.

Nach der Stippvisite als Fachanwalt wechselte Blankfein zu J. Aron & Co. Bei dem Rohstoffhändler fungierte er als Goldhändler und gehörte plötzlich zu der Bank, bei der er sich zuvor erfolglos beworben hatte. Goldman Sachs hatte den Gold- und Rohstoffhandel aufgekauft. Für Lloyd C. Blankfein erwies sich die Übernahme als Glücksfall.
Bei der Bank, die schwerpunktmäßig das Investmentbanking betrieb, standen ihm nun alle Türen offen. Der junge Mann aus der Bronx glänzte mit seinen Kenntnissen im Wertpapierhandel und gelangte 2004 in eine führende Position bei Goldman Sachs. Als Vize-Präsident forcierte er seinen Bereich zum profitabelsten innerhalb der Bank. Blankfeins Abteilung steuerte mit 5,6 Milliarden US-Dollar etwa ein Drittel der Bankeinnahmen bei. Dank seines Erfolgs wurde er zum bestbezahlten Banker, den es jemals an der Wallstreet gegeben hatte. Sein Verdienst betrug zu dieser Zeit rund 20 Millionen US-Dollar per anno.

Als Henry Paulson, der Chef von Goldman Sachs, 2006 von Präsident George W. Bush zum Finanzminister berufen wurde, trat Lloyd C. Blankfein in seine Fußstapfen. Im folgenden Jahr engagierte er sich für Hillary Clinton, die sich bei den Demokraten um die Nominierung zu den Präsidentschaftswahlen bewarb. Bald nach seinem Antritt des CEO-Postens bei der Bank wurde Blankfein mit der Finanzkrise konfrontiert. Als eine der größten US-Banken überstand Goldman Sachs zwar die Krise, aber Blankfein musste sich Anschuldigungen wegen Betrugs und der Zahlung überhöhter Boni gefallen lassen. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC warf ihm vor, 2010 beim Handel mit Wertpapieren betrogen zu haben. Eine Strafe von 550 Millionen Dollar, die ihm die Börsenaufsicht auferlegte, verhinderte eine Klage. 2011 musste Blankfein dennoch vor Gericht. Das US-Justizministerium beschuldigte ihn, Mitauslöser der weltweiten Finanzkrise gewesen zu sein. Ein Jahr später erklärte das US-Justizministerium, dass es „keine brauchbare Basis gebe, strafrechtlich gegen Goldman Sachs oder die Mitarbeiter vorzugehen“. Der Chef der amerikanischen Investmentbank lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in einer Villa in Manhattan.